Folge 11 - Die Vipassana-Meditation – Meine Abenteuerreise zu mir

Ich wurde immer wieder gefragt, warum ich, als kommunikationsfreudige Frau, mich für einen 10-Tageskurs interessiere, bei dem ich schweigen „muss“? Die Antwort auf diese Frage ist ganz schlicht und einfach. Weil ich dazu geführt wurde.

Im September 2019 war plötzlich das Wort „Vipassana“ in mir. Ich wusste nicht, was „Vipassana“ ist und befragte „Google“. Als ich sah, dass es sich bei „Vipassana“ um eine Meditationstechnik handelte, war ich überrascht. Bisher liebte ich geführte Meditationen sehr, hatte aber keine Erfahrungen mit anderen Meditationstechniken.

Da ich aber den Impuls so deutlich in mir wahrnahm, war schnell klar: „Ich besuche einen Vipassana-Meditationskurs.“


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 Was ist die Vipassana-Meditation?

Die Vipassana-Meditation ist eine Meditationstechnik, die von Buddha wiederentdeckt wurde. Er hat gesagt, dass die Vipassana-Meditation ein universelles Heilmittel ist, mit dessen Hilfe wir uns selbst heilen können und das uns in die Kunst zu leben einführt.

Die Vipassana-Meditation hilft uns, uns in unserem Leben auf das zu konzentrieren, was uns am Herzen liegt. Sie hilft uns Menschen auch, die Dinge so zu erkennen, wie sie wirklich sind. Wir hören auf, Menschen, Verhaltensweisen und auch Situationen zu interpretieren und öffnen uns mehr und mehr dafür, ihren wahren Charakter zu erspüren. Gleichzeitig navigieren wir uns selbst durch unser Leben und leben mehr und mehr zum Wohle aller.

Das Miteinander hat bei Vipassana-Praktizierenden einen großen Stellenwert

Das Zauberwort, das ich von meinem Lehrer während des 10-tägigen Vipassana-Meditationskurses gefühlte tausend Mal gehört habe ist „Gleichmut“.

Gleichmütig zu bleiben, ganz gleich was im Außen geschieht und was ich fühle, ist mir durch den Kurs noch wichtiger geworden. Ich habe gelernt, ganz gleich, was ich empfinde, es ist wichtig, es anzunehmen… wertfrei anzunehmen. Ist Dir bewusst, dass es für Dich bedeutend ist, Gefühle nicht zu bewerten? Jedes Gefühl, auch ein scheinbar unangenehmes Gefühl ist ein Wegweiser dafür, wohin wir uns entwickeln können.

Vipassana-Praktizierende fürchten keinen Schmerz

Wann immer wir Menschen etwas tun, was wir eigentlich nicht tun wollen, wir etwas sagen, was wir nicht meinen, etwas nicht tun, was wir gerne tun würden, dann bilden wir so etwas wie Knoten in unserem Energiesystem. Wir Menschen haben viele Knoten in unserem Energiesystem. Wenn sich dieKnoten verdichten, dann werden sie zu Stellen, in denen wir nichts fühlen, in denen wir ein Taubheitsempfinden haben. Erweitern wir unser Bewusstsein nicht, dann können diese Knotengebilde dazu beitragen, dass wir eine Krankheit entwickeln.

Durch die Vipassana-Meditation können wir die Knoten lösen. Das tut manchmal weh. Der Schmerz zeigt sich, weil sich die Knoten auflösen. Wir spüren den Schmerz, wenn sich die Knoten lösen aber nicht bewusst, wenn die Knoten entstehen.

Während des Stillsitzens habe ich die Schmerzen erforscht und dabei festgestellt, dass die Schmerzen mit nörgelnden Kindern vergleichbar sind. Die Schmerzen waren so lange da, bis ich aufgestanden bin. Wenn ich dann aufgestanden bin, waren die Schmerzen nach einer Minute vorüber. Vorher waren die Schmerzen aber so stark, dass ich mir anfangs echt Sorgen gemacht habe, dass etwas in meinem Körper kaputt gegangen ist. Erstaunt Dich der Vergleich mit den nörgelnden Kindern auch?

Der Tagesablauf hatte es in sich

Beim Vipassana-Kurs läutet um 4 Uhr der Gong und um 4.20 Uhr gongte es ein weiteres Mal und dann setzten sich alle Kursbesucher in Bewegung zur Meditationshalle.

Wir haben an einem Tag 11,25 Stunden meditiert und täglich einen Vortrag über 1,25 Stunden gehört – natürlich auch im Sitzen. Für mich als Bewegungsfreudige war das anfangs nicht leicht. Doch ich habe es geschafft und bin sehr stolz auf mich.

Belohnt wurden wir Meditierenden täglich mit leckerem Essen. Alles war liebevoll zubereitet und hat sehr gut geschmeckt.

Wir haben abends bis 21 Uhr meditiert und danach bin ich müde und glücklich in mein Bett geplumpst. Manchmal konnte ich lange nicht einschlafen, aber das hat mir nichts ausgemacht. Ich habe dann der Stille in mir gelauscht und sie genossen.

Möchtest Du wissen, was der schlimmste Moment für mich war?

Am 3. Tag gab es einen Moment, der mich verzweifeln lassen hat. Plötzlich sagte unser Lehrer: „Findet eine Position, in der ihr die nächste Stunde sitzen bleibt. Ihr bewegt Euch nicht. Die ganze Stunde. Nach dieser Stunde könnt Ihr Euch wieder bewegen.“

Als ich das gehört habe, bin ich innerlich zusammengeklappt. Ich habe mich hingesetzt und geweint. Mir sind die Tränen in Sturzbächen übers Gesicht gelaufen. Ich konnte mich gar nicht beruhigen. Trotzdem habe ich es geschafft, mich nicht zu bewegen.

Nach dieser Stunde hatte ich ein emotionales Nadelöhr passiert. Denn als es das nächste Mal hieß, dass wir eine Stunde bewegungslos dasitzen sollten, habe ich es geschafft, zwar mit Schmerzen aber ohne zu weinen. Ahnst Du, wie stolz ich war?

Bei der Vipassana-Meditation geht es darum, das Ego zu enttarnen

Weißt Du, dass es der Antrieb des Egos ist, abzulehnen, etwas nicht zu wollen, etwas anders haben zu wollen oder um jeden Preis das eigene Verlangen zu stillen. Das Ego will, dass die Menschen und auch das Leben so sein sollen, wie das Ego es will. Der Lehrer des Vipassana-Kurses hat gesagt, dass wir Menschen, wenn wir unbewusst leben, ständig zwischen Verlangen und Aversion hin- und herswitchen.

Seitdem ich dafür sensibel bin, spüre ich bei mir und auch bei anderen dieses Hin und Her zwischen Verlangen, haben wollen und Aversion oder Ablehnen. Es macht Spaß, das zu erkennen, mich dann zu schütteln wie ein nasser Hund und mich wieder auf das Gute, Schöne und Nährende auszurichten. Diese Forschungsarbeiten sind sehr interessant.

Der Vipassana-Kurs wird durch Spenden finanziert

Dass fremde Menschen durch ihre Geldspenden dazu beigetragen haben, dass ich an diesem Vipassana-Kurs teilnehmen konnte, hat mich tief berührt. Es war ganz still in mir, als ich realisiert hatte, dass ich dort schlafen durfte, dass der Lehrer mich unterrichtet hat, ich sehr leckeres Essen genießen durfte, weil fremde Menschen dafür gesorgt haben, das hat mich sprachlos gemacht.

Es war auf dem Gelände alles so liebevoll gestaltet. Alle Helfenden waren sehr aufmerksam. Übrigens bekommen auch die Helfenden keinen Lohn. Die ganzen 10 Tage kochen, putzen und erledigen die Arbeiten freiwillige Helfer. Unglaublich, oder?

Die Bewerberzahlen für die Vipassana-Kurse sind sehr hoch. Unser Kurs bestand aus 110 Teilnehmern.

Die ersten Tage waren teilweise wirklich hart

Am ersten Tag bin ich fast durchgedreht, weil mein Verstand so laut war und so viel geplappert hat, das war echt krass. Am Morgen wurde uns eine Atemtechnik gelehrt, die als Vorbereitung für die Vipassana-Meditation diente. Es ging darum, den Verstand zur Ruhe zu bringen. Damit war meiner aber absolut nicht einverstanden und drehte so richtig auf. Nun ja, er hat sich dann im Laufe der Zeit aber doch beruhigt.

Am 2. Tag war ich so tief berührt, weil ich genau spürte, wie viele Knoten ich in meinem Energiesystem hatte, und wie durch diese Knoten meine Seele gar nicht voll und ganz meinen Körper ausfüllen konnte. Das zu fühlen war für mich der Anlass, richtig Gas zu geben und so viele Knoten wie möglich zu lösen.

Als wir dann am 3. Tag abends in die Vipassana-Meditation eingeführt wurden, war es unsere Aufgabe, unseren Körper zu beobachten und wahrzunehmen.

Bei der Vipassana-Meditation geht es zwar darum, alles gleichmütig zu betrachten, d. h. dass es spielt keine Rolle, ob ein Bereich des Körpers fühlbar ist oder nicht, aber ich war trotzdem froh, so viel fühlen zu können.

Kennst Du Wachstumsschmerzen?

Während des Kurses habe ich noch mal tiefer spüren können, dass Schmerzen einen dienlichen Charakter haben. Ich bin ja schon lange davon überzeugt, dass es leidvolle Schmerzen aber auch Wachstumsschmerzen gibt. Wachstumsschmerzen sind Schmerzen, die unserem Wachstum dienen. Hattest Du als Kind auch manchmal Schmerzen in der Wade oder im Schienbein? Dann waren es möglicherweise Schmerzen, die dadurch entstanden sind, dass Dein Körper an Länge zugenommen hat.

Solche Schmerzen gibt es auch auf emotionaler Ebene. Sie zeigen an, dass Du in Dein Potenzial hinein reifst und Dein Bewusstsein ausdehnst. Seitdem mir das bewusst ist, habe ich keine Angst mehr vor Schmerzen. Es fällt mir leichter, sie anzunehmen, hinzunehmen und zu verstehen. Ich weiß um ihren Sinn und der Frieden in mir dehnt sich aus.

Die Vipassana-Meditation hilft bei der Selbstläuterung

Mit Selbstläuterung ist gemeint, dass wir Vipassana-Praktizierenden uns von dem befreien, was unseren eigenen Werten und Idealen entgegen steht. Auf der anderen Seite wird durch das praktizieren der Vipassana-Meditation auch die Selbstdisziplin ausgedehnt. Wir entwickeln und dehnen die Fähigkeit aus, die eigenen Gefühle bewusst zu lenken und unsere Wahrnehmung zu schulen. Zusätzlich intensivieren wir aber auch die Fähigkeit, das erlernte Wissen durch gezielte Handlungen in Weisheit umzuwandeln und bewusst das Gute und das Schöne zu mehren. Ja und natürlich auch mehr und mehr das Ego zu enttarnen.

Das Ziel der Läuterung und der Ausdehnung der Disziplin ist es auch, dem Großen Ganzen zu dienen. Unter anderem dadurch, dass wir unseren Gleichmut immer weiter ausdehnen. Gleichmütig zu leben bedeutet, alles so anzunehmen so wie es ist. Einem gleichmütigen Menschen ist es gleich, ob er wütend ist oder nicht. Er nimmt die Wut an, lässt sie da sein und konzentriert sich auf das, was er vorhat. Der Gleichmütige nimmt die Wut wahr, lebt sie nicht aus und macht auch niemanden dafür verantwortlich. Er vertraut darauf, dass sich die Wut wandeln wird.

Wie geht es für mich mit der Vipassana-Meditation weiter?

Wenn ich möchte, dass sich das Wohlgefühl, das ich im Kurs erfahren habe auch weiterhin in meinem Leben ausdehnt, dann muss ich die Disziplin aufwenden und jeden Tag zwei Stunden meditieren. Das ist viel für mich.

Ich bin nun seit dem 09.02. vom Kurs zurück und habe es bisher tatsächlich geschafft, täglich die zwei Stunden zu meditieren. Doch es war nicht leicht, die Disziplin aufzuwenden. Mein innerer Schweinehund hat oft versucht mich abzulenken. Es waren viele Ausreden in mir, mich nicht auf mein Meditationskissen zu setzen. Doch ich habe gleichmütig all meine inneren Gegenspieler wahrgenommen und mich trotzdem hingesetzt. Und jedes Mal war ich nach dem Meditieren bärig stolz auf mich.

Dass ich so diszipliniert sein kann und „ja“ zu dieser Veränderung in meinem Leben sage, ist für mich keine Selbstverständlichkeit. Es ist für mich nicht einfach, wenn meine Kinder ins Zimmer kommen und etwas von mir möchten, nicht zu reagieren, sondern weiter zu meditieren.

Für die ganze Familie ist es eine Veränderung, die nicht immer einfach ist. Doch meine Familie unterstützt mich und dafür bin ich sehr dankbar.

Möchtest Du wissen, warum wir im Vipassana-Kurs nicht sprechen durften?

Wir sollten keine Ablenkungsmöglichkeit haben. Es ging im Kurs um jeden einzelnen… also für mich um mich. Deshalb gab es keinen Kontakt zur Außenwelt. Kein Handy. Wir durften das Kursgelände nicht verlassen, keinen Sport machen, nicht miteinander reden, wir sollten die anderen nicht beachten, keine Yoga-Übungen machen, keine persönlichen Lebensmittel (auch keine Süßigkeiten), nicht schreiben und nicht lesen.

Es gab ganz viele Regeln. All die Regeln hatten den Sinn, allen Vipassana-Meditierenden das Leben leicht zu machen. Jeder wusste was er durfte und was nicht. Alles andere hätte den Prozess verwässert und uns vom Wesentlichen abgelenkt.

Zuerst war es ungewohnt, dass es nur um mich ging. Und doch hat es gut getan, mich mal nur um mich kümmern zu müssen.

Warum ist es mir wichtig, der Vipassana-Meditation treu zu bleiben?

Ich spüre tiefe Dankbarkeit für diejenigen, die durch ihre Spenden den Vipassana-Kurs für mich möglich gemacht haben und fühle mich ihnen gegenüber verpflichtet. Durch die Vipassana-Meditation kann ich mein Bewusstsein ausdehnen und den Frieden in mir ausdehnen. Da der Frieden in mir auch ein Teil des Weltfriedens ist, habe ich daran großes Interesse.

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Ich will mit einem richtig guten Gefühl auf mein Leben zurückblicken

Ja, so ist es wirklich. Wenn mein Lebenslichtlein ausgeht, will ich dankbar und glücklich auf ein erfülltes Leben zurückblicken. Dazu ist es erforderlich, dass ich wach für alles bin was mich umgibt und mich auch immer weiter ausdehne.

Mir hilft die Vipassana-Meditation dabei, mich als Teil der Natur, als Teil des Großen Ganzen wahrzunehmen. Deshalb gebe ich mich auch vertrauensvoll den Veränderungsprozessen in mir hin. Ich vertraue darauf, dass alles was ich erlebe mir dient und ich daran wachse und reife.

Wenn Du Lust hast, Dich über die Vipassana-Meditationstechnik zu informieren oder einen Kurs zu besuchen, dann klicke bitte auf den folgenden Link… https://www.dhamma.org/de/schedules/schdvara

Ich danke Dir herzlich, dass Du Dich für mein Vipassana-Abenteuer interessiert hast.

Von Herzen

Deine Martina

P.S. Wenn Du eine Frage hast oder Deine Gedanken mit mir teilen möchtest, kannst Du sehr gerne ins Kommentarfeld schreiben. Ich freue mich, wenn Du Dir dafür die Zeit nimmst.

Eine Frau steht auf einer abgemähten Getreidewiese und lächelt in die Kamera.
Martina Eyth

Wer schreibt hier für Dich?

Alle anderen waren wichtiger als ich selbst. So ging ich durch mein Leben. Viele Jahre lang. Ich tat alles für andere, war stets für sie da, erfüllte ihnen Wünsche, bevor sie sie äußerten und verausgabte mich. Kurz gesagt: Ich nahm alle anderen wahr, nur mich nicht.

Ich möchte mehr erfahren...

Noch heute erinnere ich mich an meinen Wendepunkt. Meinen 30. Geburtstag. An den Moment, in dem mich die „Heilige Wut“ packte, und ich klar und deutlich spürte, dass mein Bedürfnis nach Liebe, Lob und Anerkennung so groß war, dass ich bestens für andere sorgte, nur nicht für mich. Damit sollte Schluss sein!

Schließlich bin ich der Mensch, mit dem ich mein ganzes Leben beisammen bin! Mehr und mehr wurde mir bewusst, dass ich dafür sorgen muss, dass ich mich wohl fühle. Denn niemand weiß, was ich brauche, um glücklich und erfüllt zu leben. Kein anderer kann mir geben, wonach ich mich sehne, wenn ich es nicht benenne.

Also schnürte ich auf emotionaler Ebene mein „Bündel“ für meine Wanderschaft. Ich machte mich auf den Weg zu mir. Inzwischen bin ich angekommen. Ich lebe ein Leben, das schöner ist als das, was ich mir erträumt habe.

Ich habe mich gefunden… und meine Bestimmung. Mit ganz viel Freude im Herzen strahle ich Dich an und „sage“ Dir: Ich bin Martina Eyth und mit großer Begeisterung helfe ich Dir dabei, im Einklang mit Deiner Seele zu leben, damit Du Dir das Leben erschaffen kannst, nach dem Du Dich sehnst ♥

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